PrintZoomZoom

Kapitalauszahlungssteuern

Steuern bei der Auszahlung von Pensionskassenguthaben
Wer Kapital aus der Pensionskasse Eine öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche juristische Person, die der Altersvorsorge und Risikoabsicherung dient. Eine Pensionskasse finanziert sich durch Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sowie durch Anlageerträge. Zum Pensionierungszeitpunkt kann sich der Arbeitnehmer normalerweise entscheiden, ob er eine lebenslängliche Rente oder eine einmalige Kapitalauszahlung erhalten möchte. Die Pensionskasse ist die zweite Säule des Schweizer Vorsorgesystems.
bezieht, muss darauf eine Steuer, die sogenannte Kapitalauszahlungssteuer Bei der Auszahlung von Vorsorgekapital aus der 2. oder der Säule 3a muss eine sogenannte Kapitalauszahlungssteuer bezahlt werden. Diese berechnet sich unabhängig vom restlichen steuerbaren Einkommen und Vermögen und wird in der Regel am Wohnort des Begünstigten zum Auszahlungszeitpunkt fällig. Die Steuer ist ebenfalls progressiv. Auszahlungen im gleichen Steuerjahr (in den meisten Kantonen auch von Ehepartnern) werden zusammengezählt. bezahlen.
Eigenschaften der Kapitalauszahlungssteuer
Die Kapitalauszahlungssteuer wird separat vom Einkommen berechnet. Es spielt deshalb keine Rolle, ob Sie im Bezugsjahr ein hohes oder tiefes steuerbares Einkommen ausweisen - oder anders erklärt: Wenn zwei Steuerpflichtige in der gleichen Wohngemeinde im selben Steuerjahr denselben Betrag aus der Vorsorge beziehen, zahlen sie bei identischer Konfession genau die gleiche Auszahlungssteuer, unabhängig von der Höhe ihres steuerbaren Einkommens. Genau gleich wie die Einkommenssteuer unterliegt die Auszahlungssteuer einer Progression. Die Steuerlast nimmt bei steigendem Einkommen / Vermögen nicht linear, sondern progressiv zu. Das heisst bei steigendem Einkommen / Vermögen zahlt der Steuerzahler nicht nur in Franken mehr Steuern sondern auch in Prozent. Beispiel: Einkommen 100‘000 Franken => Steuerlast 30‘000 Franken (Durchschnitt 30%); Einkommen 110‘000 Franken => Steuerlast 35‘000 Franken (Durchschnitt 31.8%). Für das zusätzliche Einkommen von 10‘000 Franken zahlt der Steuerzahler in diesem Beispiel 5‘000 Franken mehr Steuern. Er befindet sich also in einer Progression von 50%, was gleichbedeutend mit einem Grenzsteuersatz von 50% ist. Der Grenzsteuersatz gibt also an, welche Auswirkungen eine Erhöhung oder Reduktion des Steuerbaren Einkommens auf die Steuerlast des Steuerzahlers hat. Das bedeutet, dass die Steuer bei einem Betrag von beispielsweise 500‘000 Franken mehr als doppelt so hoch ist wie für einen Betrag von 250‘000 Franken. In den allermeisten Kantonen werden Bezüge aus der Pensionskasse mit Bezügen der Säule 3a Bildet die dritte Säule des Schweizer Vorsorgesystems (private Vorsorge). Sie soll den Arbeitnehmern eine Sparmöglichkeit mit steuerlichen Vorteilen bieten. Der einbezahlte Betrag kann vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden.
zusammengezählt, um die Progressionsstufe zu bestimmen.
Kapitalauszahlungssteuern in verschiedenen Kantonen
Berechnungsbasis: Auszahlung mit Alter 65, unverheirateter Mann, ohne Kirchensteuer; Progression: Berechnung bei Auszahlungsbeträgen zwischen 100‘000 Franken und 1‘000‘000 Franken; Stand 2013, Angaben ohne Gewähr

Kapitalauszahlungssteuern bei einem Betrag von...
Quelle: VermögensPartner AG
Grosse Unterschiede bei Steuerlast und Progression
Die Steuerlast variiert von Wohnort zu Wohnort stark. Für die Auszahlung von 1 Million Franken zahlt man in Schaffhausen beispielsweise 67‘200 Franken während es in Zürich mit 172‘700 Franken über zweieinhalb Mal mehr ist. Auch die Gemeinden verlangen eine Auszahlungssteuer. Die Unterschiede auf Gemeindeebene sind in der Regel jedoch viel kleiner als bei den Kantonen. Grosse Ungleichheiten gibt es in der Ausprägung der Progression der Steuer. In Liestal zahlt man für 1 Million Franken Auszahlungskapital fast zwölf Mal mehr als für 250‘000 Franken.  Neuenburg hingegen kennt fast keine Progression: Die Steuerlast ist weniger als 4.3 Mal höher (bei einem vier Mal höheren Auszahlungsbetrag). Um die Steuern an seinem Wohnort zu analysieren und mit anderen Orten zu vergleichen, sollte einerseits die absolute Höhe verglichen werden, andererseits aber auch die Zunahme der Progression bei Erhöhung des Auszahlungsbetrags.
Optimierung der Kapitalauszahlungssteuern
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Steuern bei einer Kapitalauszahlung in der zweiten Im Jahr 1982 wurde die erste Säule (AHV) durch die zweite Säule, die sogenannte berufliche Vorsorge, ergänzt. Geregelt ist die zweite Säule im BVG (Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge). Obligatorisch in der zweiten Säule versichert ist jeder Arbeitnehmer, der ein gewisses Einkommen erzielt. Abgesichert werden in der Pensionskasse die Risiken Tod, Invalidität und Alter. Die Höhe der Beiträge, an den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer beteiligen, hängt vom Alter, Lohn, Geschlecht, der Pensionskasse und der Höhe des Einkommens ab. oder dritten Säule a zu optimieren: Durch Staffelung In Bezug auf die Steuern versteht man unter Staffelung die Verteilung von steuerlich relevanten Massnahmen auf mehrere Steuerperioden. Auf Grund des progressiven Steuersystems in der Schweiz hilft die Staffelung vielfach, Steuern einzusparen. der Auszahlungen auf verschiedene Steuerjahre oder durch Verlegen des Wohnsitzes an ein Steuerdomizil mit tieferen Auszahlungssteuern.

Ersteres lohnt sich vor allem dann, wenn die Progression hoch ist. In Liestal spart man bei einem Auszahlungsbetrag von 1 Million Franken beispielsweise fast 80‘000 Franken, wenn die Auszahlung auf zwei Steuerperioden verteilt werden kann. Folgende Situationen sind prädestiniert, um die Auszahlungen zu staffeln: Bei einer Teilpensionierung Eine Teilpensionierung bedeutet eine teilweise Frühpensionierung. Der Arbeitnehmer reduziert einige Zeit vor der definitiven Pensionierung sein Arbeitspensum. Meist kann ein Teil der Vorsorgeleistungen, ähnlich wie bei einer Frühpensionierung, bereits bezogen werden. kann in der Regel ein Teil des Kapitals ausbezahlt werden, das restliche Guthaben wird dann bei der definitiven Pensionierung ausbezahlt. Wenn Geld von der Pensionskasse auf ein Freizügigkeitskonto ausbezahlt wird, kann die Pensionskasse angewiesen werden, das Kapital auf zwei Konten zu verteilen, welche später gestaffelt bezogen werden können (z.B. bei einer Scheidung oder bei einer Frühpensionierung In der Schweiz ist das ordentliche Pensionierungsalter 64 Jahre (Frauen) beziehungsweise 65 Jahre (Männer). Wenn jemand frühzeitig aus dem Erwerbsleben austritt, spricht man von einer Frühpensionierung. Bei einer Frühpensionierung entsteht üblicherweise eine Einkommenslücke, weil die AHV erst beim ordentlichen Rentenalter ausbezahlt wird. Oftmals spricht man bei einer Frühpensionierung auch von einer vorzeitigen Pensionierung. vor dem gemäss Reglement Im Pensionskassenreglement sind die Bedingungen geregelt, die für Arbeitnehmer und die Pensionskasse gleichermassen gelten. Beitragspflicht, Umwandlungssätze für die Rente, Absicherung bei Risikofällen und vieles mehr wird im Pensionskassenreglement festgehalten. frühestmöglichen Pensionierungszeitpunkt). Bezüge für Wohneigentum WEF steht für Wohneigentumsförderung. Die Wohneigentumsförderung ist eine staatspolitische Massnahme und hat zum Ziel, dass sich mehr Leute ein Eigenheim leisten können. Im Rahmen eines WEF-Bezuges können Gelder aus der zweiten Säule und der Säule 3a frühzeitig bezogen werden, um sich die eigenen vier Wände zu finanzieren. können ebenfalls als Instrument zur Staffelung verwendet werden. Je nach Ausgangslage, gerade bei Selbständigen, gibt es weitere Möglichkeiten um eine Staffelung zu erreichen. Beziehen Sie zudem nie Geld aus der Säule 3a oder von einem Freizügigkeitskonto zusammen mit dem Pensionskassenkapital. 3a-Gelder können Sie bereits fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung Männer werden mit Alter 65 und Frauen neu mit Alter 64 ordentlich pensioniert und erhalten ab diesem Zeitpunkt die ordentliche AHV-Altersrente.
beziehen. Wenn Sie auf mehrere Konten einzahlen, haben Sie bei der Staffelung noch mehr Flexibilität. Freizügigkeitsgelder können Sie ebenfalls ab fünf Jahren vor der ordentlichen Pensionierung beziehen, Sie können damit aber auch bis fünf Jahre nach der ordentlichen Pensionierung warten. Spielraum ist also bei fast jeder Ausgangslage vorhanden.

Die Möglichkeit des Wohnortwechsels ist deutlich aufwändiger und lohnt sich nur, wenn der Auszahlungsbetrag entsprechend gross ist. Vor einem Wohnortwechsel ist es empfehlenswert, sich genau zu informieren. Um wirklich Steuern zu sparen, muss der Lebensmittelpunkt an den neuen Wohnort verschoben und auch für eine bestimmte Weile dort belassen werden. Die Möglichkeit des Wohnortwechsels ist vor allem dann interessant, wenn man zum Pensionierungszeitpunkt so oder so zügeln möchte, vielleicht ins Ferienhaus oder in eine kleinere Wohnung. Dann sollte auf jeden Fall abgeklärt werden, ob man erst nach oder bereits vor der Kapitalauszahlung seinen Wohnsitz wechselt. Bei einer Wohnsitzverlegung ins Ausland gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten zur Steuerreduktion. Mehr dazu finden Sie hier:
Kapitalauszahlungssteuern sparen beim Auswandern
Mehr Informationen zum Thema Staffelung und Steuern optimieren finden Sie hier:
Bezug der Säule 3a und StaffelungSteuertipps

Beratung: Kostenloses Erstgespräch
Benötigen Sie Unterstützung beim Thema Pensionierung planen? Vereinbaren Sie ein kostenloses erstes Gespräch mit der VermögensPartner AG. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Termin vereinbarenwww.vermoegens-partner.ch
Wie bewerten Sie diese Seite? schlecht 1 2 3 4 5 6 sehr hilfreich