Leistungs- und Beitragsprimat in der Pensionskasse

Die Pensionskassen Eine öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche juristische Person, die der Altersvorsorge und Risikoabsicherung dient. Eine Pensionskasse finanziert sich durch Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sowie durch Anlageerträge. Zum Pensionierungszeitpunkt kann sich der Arbeitnehmer normalerweise entscheiden, ob er eine lebenslängliche Rente oder eine einmalige Kapitalauszahlung erhalten möchte. Die Pensionskasse ist die zweite Säule des Schweizer Vorsorgesystems.
in der Schweiz unterscheiden zwischen zwei Systemen: dem Leistungsprimat Bei Pensionskasse, die nach dem Leistungsprimat aufgebaut sind, richten sich die Leistungen nach einem vorgegebenen Leistungszielt. Das Leistungsziel ist in der Regel der versicherte Lohn. Auf Grund der Höhe des Leistungszieles werden die Beiträge berechnet. und dem Beitragsprimat. Bei Pensionskassen, die nach dem Beitragsprimat aufgebaut sind, richten sich die Leistungen der Pensionskasse nach den Beiträgen, die im Reglement der Pensionskasse definiert sind. Die Versichertenleistungen werden auf Grund der geleisteten Beiträge berechnet. Dabei geht es um die Definition und Berechnungsgrundlage von Pensionskassenleistungen wie die Alters-, Invaliden- und Todesfallleistungen.

Leistungsprimat

Das Leistungsprimat war lange das System der öffentlichen Hand. Die Leistungen werden im Versicherungsfall zum Voraus aufgrund des versicherten Lohnes (Bruttolohn abzüglich Koordinationsabzug) Betrag, welcher vom Bruttolohn, auch massgebender Lohn, abgezogen wird, um den versicherten Lohn, auch koordinierter Lohn, zu erhalten. festgelegt.


Beispiel: Bruttolohn 70'000 Franken, Koordinationsabzug 24'360 Franken, versicherter Lohn 45'640 Franken, Rente 60% des versicherten Lohnes (27'384 Franken)


Diese Definition ist einfach und verständlich. Das Problem liegt jedoch darin, dass die Versicherungsleistungen bei Lohnschwankungen ebenfalls schwanken können. Ein Versicherungsfall in einem einkommensschwachen Jahr hat demnach unter Umständen fatale finanzielle Folgen für die betroffene Person oder deren Hinterbliebenen.


Finanziert werden die Leistungen durch die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge sowie die Anlageerträge. Der Finanzierungsbedarf kann sich jedoch jährlich ändern, da er aufgrund des Wertes der bezogenen Gelder aus der Pensionskasse und der zukünftigen Zinsen, der Sterblichkeit und weiteren Berechnungsparameter definiert wird. Die Finanzierung des Leistungsprimats ist deshalb nicht sehr transparent. Dies ist wohl eines der Hauptgründe, weshalb dieses System in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat. Der Systemwechsel findet bei den privatrechtlichen Unternehmen rascher statt als bei den öffentlichen Institutionen, weil der Staat auf die Steuerzahler zurückgreifen und das Finanzierungsrisiko besser tragen kann.

Beitragsprimat

Die Leistungen werden im Versicherungsfall aufgrund der Beiträge des Versicherten und der Zinsen Entgelt für die Überlassung von Geld. Die Zinsentwicklung hat sowohl Auswirkungen auf den Obligationen- als auch Aktienmarkt.
berechnet. Sie werden nicht wie im Leistungsprimat in Prozenten des Einkommens, sondern effektiv nach dem angesparten Guthaben ausgewiesen. Für die Rentenberechnung wird das tatsächlich angesparte Pensionskassenkapital mit einem im Reglement definierten Umwandlungssatz Darunter versteht man den Prozentsatz des angesparten Pensionskassenkapitals, der einem Rentner jährlich als Rente ausbezahlt wird. Ein Umwandlungssatz von 6.5% bedeutet bei einem angesparten Kapital von 100'000 Franken eine jährliche Pensionskassenrente von 6'500 Franken.
berechnet.


Beispiel: Angespartes Kapital 400'000 Franken, Umwandlungssatz 6.5%, Altersrente 26'000 Franken

Die versicherte Person ist bei dieser Berechnung beim Eintritt eines Versicherungsfalles weniger vom letzten Einkommen abhängig als im Leistungsprimat. Dafür sind die Verzinsung und die Beitragshöhe für die Berechnung der zukünftigen Leistungen umso wichtiger. Die Risikoleistungen werden meistens aufgrund des hochgerechneten Alterskapitals berechnet. Der Hauptvorteil liegt in der transparenten Finanzierung der Leistungen, welche im Reglement Im Pensionskassenreglement sind die Bedingungen geregelt, die für Arbeitnehmer und die Pensionskasse gleichermassen gelten. Beitragspflicht, Umwandlungssätze für die Rente, Absicherung bei Risikofällen und vieles mehr wird im Pensionskassenreglement festgehalten. festgelegt wird. Die genaue Planbarkeit ist wohl der wichtigste Grund, weshalb die meisten privatrechtlichen Unternehmen sich für diese Lösung entscheiden.

Kommentare

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Veröffentlichte Kommentare

  • 23. Februar 2017 - Mischa

    Leistungsprimat / Beitragsprimat

    Ich bin bei einer Pensionskasse versichert, welche dem Beitragsprimat unterstellt ist. Was passiert, wenn ich zu einer Pensionskasse mit Leistungsprimat wechsle und diese ihr System wiederum per 1.1.18 auf Beitragsprimat wechselt. Verliere ich da Geld oder wie muss ich dies verstehen?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag

    Von Ihrer „alten“ Pensionskasse erhalten Sie eine Freizügigkeits- bzw. Austrittsleistung, welche direkt an Ihre „neue“ Pensionskasse übertragen wird. Wechselt anschliessend Ihre „neue“ Pensionskasse vom Leistungs- ins Beitragsprimat, hängt es von den konkreten Konditionen ab, ob Sie anschliessend tiefere Leistungen zu erwarten haben.

    Die zu erwartende Altersrente ist aber bei einem Systemwechsel oft tiefer, da im Beitragsprimat die künftige Altersrente von der Höhe des Sparguthabens (neben den Beiträgen spielt vor allem auch der Anlageertrag resp. die Verzinsung eine entscheidende Rolle) sowie des per Pensionierung gültigen Umwandlungssatzes abhängt.