Testament – Beispiel und Möglichkeiten

Wenn jemand mit der gesetzlichen Verteilung seines Nachlasses Unter Nachlass versteht man die Gesamtheit des aktiven und passiven Vermögens eines Verstorbenen. nicht einverstanden ist, kann er zu Lebzeiten verschiedene Massnahmen ergreifen. Neben Ehe- und Erbvertrag ist das eigenhändige Testament Das Testament ist eine letztwillige Verfügung über das Vermögen (Aktiven und Passiven) einer Person auf deren Tod hin. So weit es dem Gesetz nicht widerspricht, können im Testament alle Wünsche und Vorstellungen festgehalten werden. In der Schweiz sind gewisse Verwandte einer Person mit Pflichtteilen geschützt. das gebräuchlichste Instrument dazu.

Das eigenhändige Testament

Das eigenhändige Testament muss vollständig von Hand geschrieben werden, mit dem Datum versetzt und unterzeichnet sein. Damit ein Testament rechtsgültig ist, muss der Verfasser mindestens 18 Jahre alt und urteilsfähig sein. Vielfach ist es sinnvoll, das Testament von einer Fachperson überprüfen zu lassen. Nicht selten kommt es vor, dass Testamente Interpretationsspielraum offen lassen und nicht klar ist, was vom Erblasser Bezeichnung eines Verstorbenen in Bezug auf das durch seinen Tod auf andere übergehende Vermögen. genau gewünscht wurde. Wer ein altes Testament durch ein neues ersetzen will, sollte im aktuellen Testament immer alle vorgängigen Testamente widerrufen. Weiter gilt es zu beachten, dass Ehepartner immer jeweils ein separates Testament ausfüllen müssen. Die Form des gemeinschaftlichen Testaments existiert nicht und daher sind solche Testamente ungültig. Das Testament sollte bei einer zuverlässigen Stelle oder an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Gesetzlich ist zwar jede Person verpflichtet, die ein Testament einer verstorbenen Person findet, dieses der zuständigen Amtsstelle zukommen zu lassen. Doch ob dies wirklich geschieht, kann man sich im Voraus nie sicher sein.

Pflichtteile können auch mit einem Testament nicht umgangen werden

Völlig frei ist man bei der Verteilung seines Vermögens jedoch nicht. Das Gesetz sieht für den Ehegatten und die Nachkommen (wenn keine Nachkommen vorhanden sind für die Eltern) einen Mindestanteil am Nachlass vor. Dieser Pflichtteil Der Pflichtteil schränkt die Möglichkeit ein, beim Versterben sein Vermögen nach Belieben zu verteilen. Das Gesetz schreibt vor, dass bestimmte nahestehende Personen beim Vererben nicht übergangen werden dürfen, indem es sogenannte Pflichtteile festlegt. lässt sich, mit wenigen Ausnahmen, nicht umgehen. Verletzt ein Testament die Pflichtteile, kann die Person welche benachteiligt wird, ihren Pflichtteil gerichtlich einfordern. Was passiert aber, wenn pflichtteilsgeschützte Erben vor dem Erblasser versterben? Die Pflichtteile der Kinder gehen auf deren Nachkommen (Enkel des Erblassers) über. Die Pflichtteile des Ehegatten und der Eltern werden hingegen nicht weitervererbt.

Kommentare

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Veröffentlichte Kommentare

  • 15. Mai 2019 - F.R.

    Todesfall mit Eigenheim und minderjährige Kinder

    Ich bin Familienvater, verheiratet und habe zwei minerjärige Kinder und ein Eigenheim. Warum empfehlen die Banken einem immer wieder bei einem Hauskauf mit Hypotheken Schulden, dass die Vorsorgeplanung bzw. -regelung, bevor die Kinder 18 Jahre sind abgeschlossen sein sollte? Wie sieht es aus, wenn ein Ehegatte stirbt mit Eigenheim und Kinder? Wie kann der Hinterbliebene von minderjährigen Kinder geschützt werden bevor sie Erben?  

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Treffen Sie keine Vorkehrungen für den Todesfall, kann es für den überlebenden Ehegatten zu ungewünschten finanziellen Engpässen kommen. In der Regel fallen die Hinterbliebenenleistungen im Todesfall (teilweise deutlich) geringer aus, als das Erwerbseinkommen des Verstorbenen. Genügen die Einnahmen aus AHV und Pensionskasse oder der Unfallversicherung nicht, besteht die Gefahr, dass die Familie die Liegenschaft nicht mehr halten kann. Um diesen Fall abzudecken werden oftmals reine Risikoversicherungen abgeschlossen. Die Höhe einer solchen Versicherung und ob überhaupt ein Bedarf dafür besteht, können Sie mit einer Vorsorgeplanung abklären.

    Auch wenn die Liegenschaft mit den Hinterbliebenenleistungen problemlos gehalten werden kann, darf die Nachlassregelung nicht ausser Acht gelassen werden. Oftmals ist im Eigenheim ein grosser Teil des Vermögens gebunden. Ohne erbrechtliche Vorkehrungen gehört den Kindern im Todesfall eines Elternteils deshalb oftmals ein gewisser Anteil an der Liegenschaft. Da die Kinder noch minderjährig sind, benötigen diese für sich einen entsprechenden Vertreter, was die Bewirtschaftung des Eigenheims erschweren kann.

  • 11. Oktober 2018 - D.

    Wie hoch ist der Erbanteil

    Wir sind eine Patchwork-Familie, mein Mann hat 2 Kinder (11 +14J.)ich 3 (6, 15 + 17J.). Gemeinsame Kinder haben wir nicht. Mein Mann hat ein Haus gekauft mit 240000.- Eigenmitteln (im Grundbuch nur auf seinen Namen). Ich habe auch bereits 45000 ins Haus investieret und die nächste Investition ist schon in Planung. Wie wäre das Erbe bez. das Haus beim vorabsterben meines Mannes geregelt? Könnte ich im Haus bleiben oder müsste ich dies Verkaufen und die Kinder auszahlen?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Wird das Eigenheim aus verschiedenen Quellen (Eigenmittel Mann / Frau, gemeinsam) finanziert, gilt es dies entsprechend in einem Dokument fest zu halten. Mit einem entsprechenden Nachweis haben Sie gegenüber den erbberechtigten Kindern eine Ersatzforderung erworben. Ohne passende Regelung kann es aber sein, dass Sie die Kinder nicht auszahlen können. Lassen Sie es deshalb nicht soweit kommen und treffen Sie eine passende Vorkehrung für den Todesfall. Neben der Regelung des Nachlasses (wer erbt wieviel) wäre auch noch der Abschluss einer Todesfallversicherung prüfenswert. Ziehen Sie unbedingt einen Experten hinzu.   

  • 08. Februar 2018 - R.

    Pflichtanteil ja oder nein

    Wir, Ehepaar, möchten wissen, ob es stimmt, dass die gemeinsamen Kinder bei einem Todesfalls des Partners, immer einen Pflichtteil erhalten? Obwohl die Kinder anfangs verzichten und erst erben möchten, wenn der zweite Elternteil auch verstirbt. Kann man dies mit Testament regeln?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Grundsätzlich dürfen Sie sich in einem Testament nicht über die Pflichtteilsansprüche hinweg setzen. Weisen Sie in einem Testament dennoch alles dem überlebenden Ehegatten zu und reichen die Kinder keine Herabsetzungsklage ein, ist die gewählte Regelung dennoch zulässig. Möchten Sie dies hieb- und stichfest regeln, müssten Sie mit den Kindern einen Erbvertrag abschliessen.

  • 15. März 2017 - Heidi

    Alleinerbe

    Wir sind verheiratet und haben zwei Kinder. Ist es möglich, seinen Ehepartner zuerst als Alleinerben einzusetzen und erst nach dessen Tod den Kindern das Erbe auszuzahlen?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Heidi

    Da Ihre Kinder pflichtteilsgeschützt sind benötigt es bei einer Pflichtteilsumgehung die Zustimmung der entsprechenden Erben. Da eine Pflichtteilsverletzung aber nicht von Amtes wegen korrigiert wird und die betroffenen Erben klagen müssen, können Sie den Ehegatten als Alleinerben einsetzen. Beachten Sie aber, dass dies einer Klage nicht standhalten würde. In Abhängigkeit Ihres Güterstandes und der Zusammensetzung des ehelichen Vermögens (Eigengut vs. Errungenschaft) haben Sie aber bereits auf Stufe des Güterrechts die Möglichkeit, das Nachlassvermögen ohne Zustimmung der Kinder zu reduzieren. Sinnvollerweise lassen Sie sich beraten, welches Instrument der Nachlassplanung für Sie die geeignete Lösung ist.

  • 01. März 2017 - thesa

    Aufhebeung Erbvertrag durch ein Testament

    Wir haben einen Ehe- und Erbvertrag den wir jetzt durch ein Testament ersetzen werden, muss im Testament vorgemerkt werden: Dieses Testament ersetzt den Ehe- und Erbvertrag vom 01.01.2000, reicht dies so aus?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Thesa

    Im Gegensatz zum Testament kann der Erbvertrag nicht einseitig abgeändert oder aufgehoben werden. Der Erbvertrag kann mit der Zustimmung aller vertragsschliessender Personen wieder aufgehoben werden. Die Aufhebung muss schriftlich und mit Unterschrift erfolgen, ein Beizug eines Notares ist aber nicht mehr nötig. Dies im Gegensatz zum Ehevertrag: dieser kann nur notariell wieder aufgehoben werden.