Hypothekarstrategie

Die Hypothekarstrategie Unter Hypothekarstrategie versteht man die Ausrichtung der Hypothek auf die Gesamtvermögenssituation. Einerseits ist dabei die Höhe der Hypothek entscheidend, andererseits die Wahl des Hypothekarmodells. Die Wahl der Hypothek hängt vor allem mit der persönlichen Risikotoleranz (Risikofreudigkeit und Risikofähigkeit) und der Erwartungshaltung an die künftigen Zinsen ab. umfasst das gesamte Finanzierungskonzept einer oder mehrerer Liegenschaften. Die Höhe der Hypothek Die Hypothek dient zur Finanzierung von Grundstücken oder Wohneigentum. Sie dient zur Sicherung der Geldforderung. Als Entschädigung zahlt der Hypothekarnehmer dem Hypothekargeber einen Zins. sowie die Modellwahl und Laufzeiten widerspiegeln sich in der Hypothekarstrategie. Genau gleich wie beim Geldanlegen hängt die Hypothekarstrategie vor allem von zwei Faktoren ab:

1: Individuelle Risikotoleranz

Bei der Bestimmung der persönlichen Risikotoleranz unterscheidet man zwischen Risikofreudigkeit Versucht zu erklären, mit welchen Kursschwankungen der Anleger umgehen kann.
und Risikofähigkeit Die Möglichkeit, sich einen Verlust im Anlagebereich finanziell auch wirklich leisten zu können. Im Gegensatz zur Risikobereitschaft ist die Risikofähigkeit ein objektives Kriterium.
des Kreditsuchenden. Risikofähig ist, wer höhere Zinskosten problemlos verkraften kann. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Gesamtwohnkosten deutlich unter einem Drittel des Bruttoeinkommens liegen oder wenn genügend Kapital vorhanden ist, um die Fremdfinanzierungsquote Die Fremdfinanzierungsquote gibt an, wie hoch der Kredit in Prozent zum Kaufpreis ist. Eine Fremdfinanzierungsquote von 40 Prozent bedeutet bei einem Kaufpreis von 1 Mio. Franken, dass die Hypothek 400‘000 Franken hoch ist. bei Veränderung des Zinsniveaus jederzeit zu reduzieren (Amortisation Rückzahlung der auf einer Liegenschaft lastenden Hypothek. Eine Amortisation kann Schrittweise erfolgen, was bei einer Hypothek im 2. Rang üblich ist. Ob eine Hypothek amortisiert werden soll, hängt in erster Linie von der Gesamtvermögensstruktur und der individuellen Steuersituation des Liegenschaftseigentümers ab. der Hypothek). Nicht jeder, der risikofähig ist, ist auch risikofreudig. Bei der Risikofreudigkeit geht es darum, wie gut jemand mit erhöhten Zins- bzw. Wohnkosten umgehen kann. Viele können besser schlafen, wenn sie eine Festhypothek abschliessen und die Wohnkosten für eine gewisse Zeit genau planen können. Wem die Budgetierbarkeit der Wohnkosten sehr wichtig ist, ist in Bezug auf die Hypothekarstrategie nicht risikofreudig.

2: Erwartungshaltung an die künftigen Hypothekarzinsen

Die Erwartungshaltung bezüglich Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus gibt vor, ob der aktuelle Zins langfristig abgesichert werden soll oder ob man sich dem Zinsänderungsrisiko (oder Chance bei fallenden Zinsen) aussetzen möchte. Wer stark steigende Zinsen erwartet, schliesst tendenziell eine Festhypothek Festhypotheken haben üblicherweise eine Laufzeit von 1 bis 10 Jahren. Während dieser Laufzeit ist der Zins für die Hypothek fixiert. Die Hypothek kann während der Laufzeit nicht gekündigt werden oder nur gegen Bezahlung einer (teilweise hohen) Vorfälligkeitsprämie. ab. Bei fallenden Zinsen sollte eine LIBOR- Bei der Libor-Hypothek wird der Zinssatz alle drei oder sechs Monate auf Basis des Libor-Satzes (London Interbank Offered Rate) angepasst. Der Hypothekarzins setzt sich aus dem Libor-Satz und der Marge für den Kreditgeber zusammen. Andere Bezeichnungen für Libor-Hypothek sind Geldmarkhypothek, Mix-Hypothek oder Flex-Hypothek. oder eine variable Hypothek Bei einer variablen Hypothek wird der Zinssatz vom Kreditgeber laufend an die Zinsentwicklung auf dem Kapitalmarkt angepasst. Unter Einhaltung der Kündigungsfrist sind variable Hypotheken jederzeit kündbar. ohne Cap Absicherung bei einer Hypothek (Zinsobergrenze). Die Prämie für die Absicherung wird direkt in den Zinssatz einkalkuliert, was die Hypothek verteuert. Der Cap wird auch Zinskostenabsicherung oder Plafond genannt. abgeschlossen werden. Bei Hypotheken gilt genau dasselbe wie beim Geldanlegen: Im Langfristigen Vergleich ist jede Absicherung (egal ob durch einen CAP oder durch den Abschluss einer Festhypothek) mit Kosten verbunden. Nur wer auf die richtige Zinsentwicklung spekuliert, spart durch Absicherungsstrategien oder Festhypotheken Zinsen. Es ist jedoch kaum möglich, Zinsen zuverlässig über einen längeren Zeitraum vorauszusagen.

Umfassende Betrachtung

Gerade wer mehrere Liegenschaften besitzt, kann Schulden von einer zu einer anderen Liegenschaft verschieben. Nicht selten ergeben sich so interessante Optimierungsmöglichkeiten. Jeder Liegenschaftsbesitzer sollte sich bewusst sein, dass die Hypothekarstrategie viel mit der Strategie beim Geldanlegen (Anlagestrategie) Häufig verwendete Bezeichnung für die Aufteilung der Anlagemittel auf verschiedene Anlagekategorien / Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko. Die gewählte Anlagestrategie ist entscheidend für die Schwankungen des Anlagevermögens und die erwartete langfristige Rendite.
gemeinsam hat.

RenditeRisikoLiquiditätFinanzierungs-kostenZinsänderungenLaufzeitGrafik: Magisches Dreieck Geldanlage / Hypothek©VermögensPartner AG

 

Wer beim Geldanlegen gerne und bewusst Risiken eingeht, wird dies tendenziell auch bei der Hypothekarstrategie tun. Die Anlage- und die Hypothekarstrategie sind daher aufeinander abzustimmen. Beide werden von vielen Faktoren wie beispielsweise der Gesamtvermögens- und Einkommenssituation beeinflusst. Nicht nur die Wahl des Hypothekarmodells, sondern insbesondere auch die Hypothekarhöhe spielen dabei eine zentrale Rolle. Bei Geldanlagen spricht man vom sogenannten magischen Dreieck – es umfasst Risiko, Rendite und Liquidität. Jedes der drei Ziele kann nur auf Kosten eines anderen Kriteriums optimiert werden. Wer beispielsweise mehr Rendite will, muss höhere Risiken (potenzielle Kursverluste) in Kauf nehmen. Genau gleich wie bei Wertschriftenanlagen sind Risiko, Rendite und Liquidität auch bei der Hypothekarstrategie wie siamesische Zwillinge miteinander verbunden: Was beim Geldanlegen das Risiko darstellt, sind bei der Liegenschaftsfinanzierung Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus. Die Rendite widerspiegelt sich bei Hypotheken in den langfristigen Finanzierungskosten. Eine hohe Rendite beim Geldanlegen bedeutet sinngemäss tiefe langfristige Zinsen bei der Immobilienfinanzierung. Liquidität bedeutet im magischen Anlagedreieck, wie schnell Wertschriften liquidiert und zu Geld gemacht werden können. Bei Hypotheken spielen in diesem Zusammenhang in erster Linie die Flexibilität, beziehungsweise die Laufzeit des Vertrags sowie die Amortisationsmöglichkeiten eine zentrale Rolle.

 

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...und auf HypothekenVersteigerung.ch


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