Vertragsinhalt und Vertragsverhältnis

Die Vermögensverwaltungsverträge sehen von Institut zu Institut sehr unterschiedlich aus. Lesen Sie die Verträge vor Unterzeichnung immer genau durch und fragen Sie den Berater, wenn Sie etwas nicht verstehen. Der Gestaltungsspielraum ist gross, über folgende Punkte sollte ein Vertrag aber auf jeden Fall Auskunft geben:

Welche Geschäfte darf der Vermögensverwalter ausführen?

Wo liegen die Grenzen und welche Schranken müssen eingehalten werden (z.B. risikoreiche Derivate, Sammelbegriff für Finanzinstrumente, die von anderen Basiswerten abgeleitet sind und deren Kurse von der Preisentwicklung dieser Werte abhängig sind. Oft werden Derivate mit einem Hebeleffekt ausgestattet und reagieren damit überproportional auf Kursbewegungen des Basiswertes. Sie können zur Absicherung von Wertschriftendepots oder auch als Spekulationsinstrumente eingesetzt werden.
Kreditaufnahme etc.)?

Anlagepolitik und Anlageziele

Wie viel Risiko Derjenige Teil des Gesamtrisikos von Wertschriften, der auch durch breite Diversifikation nicht weiter reduziert werden kann.
kann und möchte der Kunde eingehen und welche Rendite Prozentuale Wertveränderung einer Anlage über einen bestimmten Zeitraum.
kann langfristig erwartet werden? Oftmals wird der maximale Aktienanteil vertraglich festgelegt. Es kann sinnvoll sein, dass der Vertrag über die Anlageinstrumente zur Umsetzung der Anlagestrategie Häufig verwendete Bezeichnung für die Aufteilung der Anlagemittel auf verschiedene Anlagekategorien / Anlageklassen mit unterschiedlichem Risiko. Die gewählte Anlagestrategie ist entscheidend für die Schwankungen des Anlagevermögens und die erwartete langfristige Rendite.
Auskunft gibt (Fonds, Ein Fonds ist eine breit gestreute Geldanlage. Die Fondsgesellschaft sammelt das Geld vieler Anleger und investiert es in verschiedene Anlagekategorien wie Aktien, Obligationen, Immobilien oder Rohstoffe etc.. Der Vorteil der Fondsanlage besteht darin, dass der einzelne Anleger bereits mit einem bescheidenen
Kapitaleinsatz von der Risikostreuung des gesamten Fonds profitiert. Nachteilig sind die meistens relativ hohen Gebühren, die genau hinterfragt werden müssen.
Einzeltitel, strukturierte Produkte Strukturierte Finanzprodukte sind Finanzlösungen, bei denen herkömmliche Finanzanlagen mit Derivaten kombiniert werden. Sie werden zu einem eigenständigen Produkt verknüpft und zu einem Wertpapier verbrieft. Strukturierte Produkte haben den Vorteil, dass sie sehr individuell gestaltet werden können. Der Nachteil liegt in der geringen Transparenz, auch in bezug auf die Kosten. Die Rendite, beziehungsweise der Rückzahlungswert, eines strukturierten Produktes hängt üblicherweise von der Wertentwicklung eines oder mehrerer Basiswerte ab. etc.)

Kosten und Gebühren

Welche Gebühren fallen effektiv für die Vermögensverwaltung, Bewirtschaftung des Wertschriftendepots durch einen Vermögensverwalter oder eine Bank. Der Kunde erteilt dem Vermögensverwalter den Auftrag, das Wertschriftendepot zu verwalten.
welche für die Bewirtschaftung des Depots (Courtage, Gebühren, die der Kunde seiner Bank für den Kauf und Verkauf von Wertschriften bezahlt. Meistens entspricht der Betrag einem prozentualen Wert der Transaktionsgrösse.
Depotführungsgebühr Für die Aufbewahrung der Kundengelder verlangen die Depotbanken eine prozentuale Gebühr des deponierten Vermögens.
etc.) an?

Referenzwährung und Renditeberechnung

In welcher Währung rechnet der Kunde und wie wird die Rendite berechnet?

Rechenschaftsablage

In welchen Abständen wird der Kunde in welcher Form über die Erreichung der definierten Ziele orientiert?

Retrozessionen / Kickbacks

Wie hoch sind die Retrozessionszahlungen Sammelbegriff für Rückvergütungen von Banken und Produktanbietern an einen Vermögensverwalter. Diese Rückvergütungen sind mit Provisionen vergleichbar und weit verbreitet. Für den Kunden sind sie im Normalfall nicht sichtbar. Sie werden sowohl bei Börsentransaktionen als auch beim Einsatz bestimmter Produkte wie Anlagefonds oder strukturierten Produkte bezahlt. Sie können einmalig oder regelmässig wiederkehrend bezahlt werden. von Banken und Produktanbietern und was geschieht mit ihnen? Der Gesamtbetrag  der Retrozessionen sollte abgeschätzt werden können. Die Aufteilung in die verschiedenen Arten von Retrozessionen ist sinnvoll und fördert die Transparenz. Gibt ein Vertrag nicht eindeutig Aufschluss darüber, was mit erhaltenen Retrozessionen und anderen Vergütungen geschieht, sollte unbedingt nachgefragt werden.


Viele weitere Punkte sind im Auftragsrecht des Schweizer Obligationenrechtes bereits geregelt und können nicht angepasst werden.

 

Vertragsverhältnis

Vertragliche Delegation der Verwaltung von Vermögenswerten

Der Vermögensverwaltungsvertrag regelt das rechtliche Verhältnis zwischen dem Kunden und dem Vermögensverwalter. Durch den Vertrag räumt der Kunde dem Vermögensverwalter die Verfügungsmacht über sein Vermögen oder Teile davon ein. Der Kunde will damit die besonderen Kenntnisse und Erfahrungen des Vermögensverwalters nutzen, um seine Anlageziele zu erreichen. In der Ausgestaltung des Vertrages hat der Vermögensverwalter grossen Spielraum.

Rechtliche Qualifikation des Vermögensverwaltungsauftrages

Der Vermögensverwaltungsauftrag fällt unter die Bestimmungen des einfachen Auftrags (Art. 394 ff. OR). Er kann formfrei erteilt werden. Die Richtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung verlangen von den Banken jedoch, dass er immer schriftlich erfolgen muss. Gemäss Art. 398 Abs. 2 OR verpflichtet sich der Beauftragte, die ihm übertragenen Aufgaben und Geschäfte sorgfältig nach Treu und Glauben auszuführen. Ein Vermögensverwaltungsauftrag kann gemäss OR Art. 404 jederzeit widerrufen oder gekündigt werden.

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