Willensvollstreckung

Ein Willensvollstrecker hat die Aufgabe, den Nachlass im Interesse des Erblassers und der Erben zu verwalten, laufende Rechnungen und Schulden zu bezahlen, Forderungen eintreiben und die Teilung der Erbschaft gemäss Auftrag des Erblassers vorzunehmen. Wichtig zu wissen ist, dass ein Willensvollstrecker Kosten verursachen kann, die am Schluss die Erben bezahlen.

Wer kann Willensvollstrecker werden?

Jeder kann in seinem Testament einen Willensvollstrecker einsetzen. Willensvollstrecker kann grundsätzlich jeder für jedermann sein. Es ist möglich, Verwandte oder sogar Erben mit der Willensvollstreckung zu beauftragen. Nicht selten verursacht dies jedoch Probleme, weil sich dadurch einzelne Erben benachteiligt fühlen. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, insbesondere bei komplexen Familien- oder Vermögensverhältnissen, einen neutralen Willensvollstrecker zu beauftragen. Bei der Erbteilung hat der Willensvollstrecker eine zentrale Funktion und einen grossen Einfluss. Die Erben müssen sich den Entscheiden des Willensvollstreckers in den allermeisten Fällen beugen.

Ablauf einer Willensvollstreckung

Ein Willensvollstrecker unterstützt die Erben fachmännisch bei der Aufteilung des Nachlasses. Als erstes erstellt er ein vollständiges Inventar, um die Höhe des Nettonachlasses zu ermitteln. Die Verwaltung des Nachlassvermögens sowie die Bezahlung allfälliger Schulden ist eine zentrale Aufgabe des Willensvollstreckers. Schliesslich führt er auch die Erbteilung aus.

Kommentare

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Veröffentlichte Kommentare

  • 12. Februar 2019 - M. R.

    Erbrecht Konkubinatspartner

    Ich lebe im Konkubinat und habe einen 23 jährigen Sohn aus einer früheren Bezeihung (nicht verheiratet). Die getroffene Regeleung sieht vor, dass der Lebenspartner 1/4 und der Sohn 3/4 erhalten. Kann ich z.B die Wohnungseinrichtung nur dem Lebenspartner vererben? Muss das gesamte Erbe zuerst in Franken umgerechnet und dann aufgeteilt werden? Wer berechnet die Werte von Möbel, Schmuck, Auto etc.

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Grundsätzlich ist die Erbengemeinschaft für die Festlegung der Werte von Möbel, Schmuck, Auto usw. zuständig. Wenn es sich um nennenswerte Beträge handelt, ist deren Wert bei der Erbteilung grundsätzlich hinzu zu rechnen. In der Praxis kommt es aber oft vor, dass die Erben auf einen finanziellen Ausgleich des Mobiliars verzichten (falls es sich um übliches Mobiliar und keine Antiquitäten handelt).

    Sie können im Testament erwähnen, dass die Wohnungseinrichtung an Ihren Lebenspartner gehen soll. Soll kein finanzieller Ausgleich für das Mobiliar stattfinden, können Sie diesen Wunsch im Testament festhalten.

  • 19. November 2018 - S.B

    Unterlassene Einsprache Testament Verfügung

    Tod Grossmutter 2001 - Gesetzliche Erben : Enkel (Vater Verstorben) und Onkel. Onkel wurde als Alleinerbe (Erbe u.a. Haus in Winterthur) und Willensvollstrecker im Handschriftlichen Testament bestimmt. Cousin wohnt seit damals im Haus. Kann man den Pflichtteil noch einfordern? Ich war zu gutgläubig vermute aber eine absichtliche Ausschliessung in Zusammenarbeit mit meinem Onkel.

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Wird der Pflichtteilsanspruch verletzt, muss eine Herabsetzungsklage eingereicht werden. Ohne entsprechende Klage wird die Verfügung im Testament wirksam. Eine Herabsetzungsklage muss innert Jahresfrist seit Kenntnis der Pflichtteilsverletzung und spätestens 10 Jahre seit der Testamentseröffnung eingereicht werden.

     

    Auch für eine Ungültigkeitsklage des Testaments (z.B. bei Formmängeln, wenn die Verfügung eine ungültige Enterbung enthält, Erblasser bei Erstellung des Testamentes nicht mehr verfügungsfähig) bestehen die gleichen Fristen (1 Jahr seit Kenntnis der Verfügung und des Ungültigkeitsgrundes, spätestens 10 Jahre nach Testamentseröffnung). Einzige Ausnahme: bei Bösgläubigkeit des Beklagten verlängert sich die Frist auf dreissig Jahre seit Testamentseröffnung.  

     

    Falls keine Bösgläubigkeit unterstellt werden kann, haben Sie die Klagefristen verpasst und somit rechtlich kaum mehr Chancen. Möglicherweise stimmt der Onkel aber freiwillig einer gütlichen Lösung zu. Eine allfällige Klage ist am Gericht am Wohnsitz der verstorbenen Person einzuleiten. Im Kanton Zürich wäre das Friedensrichteramt die erste Anlaufstelle. 

  • 20. März 2018 - R.L.

    Erbteilung ohne Testament

    mein Vater ist vor Jahren gestorben ohne Testament und hinterlaesst Haus und Land .Meine Mutter lebt noch.Wir sind 8Geschwister.Wer erbt und zuwelchen teilen

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Ohne Testament kommt die gesetzliche Erbregelung zum Tragen. Somit erbt die Mutter die Hälfte des Nachlassvermögens und die andere Hälfte geht zu gleichen Teilen an die Kinder.

  • 13. Februar 2017 - Bieri Franz

    Erbverteilung

    Am 18.Okt. 2016 verstarb meine jüngste-, schwerstbehinderte Schwester, deren Vormund ich während gut 40 Jahren war. In unserer Grossfamilie leben noch 11 Geschwister; die Eltern, 1 weitere Schwester und 3 Brüder sind bereits gestorben. Die verstorbenen Geschwister hatten 2-, 3-, 4- und nochmals 4 Kinder. Die noch lebenden Geschwister haben mir das Amt des Willenvollstreckers zugewiesen. Hätte gerne von Ihnen die genaue, gesetzliche Aufteilung (m.E. je 1/15-tel) bestätigt.

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Franz

    Da Ihre Schwester keine eigenen Nachkommen hat und die Eltern bereits vorverstorben sind, geht ihr Nachlassvermögen an die Geschwister. An die Stelle der vorverstorbenen Geschwister treten deren Nachkommen. Somit erhalten alle 1/15 des Nachlassvermögens. Die Kinder der vorverstorbenen Geschwister erben den ihnen zustehenden Erbteil zu gleichen Teilen.

  • 29. Januar 2017 - Heidi

    Nachweis Eigengut und Errungenschaft

    Wie teile ich ein Erbe, wenn das Eigengut und das in die Ehe gebrachte Kapital nicht eruiert werden kann? Erben sind Witwe des Verstorbenen und Geschwister.

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Heidi

    Ist unklar, ob ein Vermögenswert zur Errungeschaft oder zum Eigengut zu zählen ist, geht man davon aus, dass der Wert zur Errungeschaft gehört.

  • 16. Januar 2017 - Johann

    Willensvollsreckung

    Guten Abend
    Ich bin ledig, kinderlos und habe 20 Nichten und Neffen. Testamentarisch werde ich alles (inklusive Liegenschaft) den Nichten und Neffen vermachen. Nun möchte ich drei von ihnen zu Willensvollstrecker machen. Die drei müssten wie ein Stiftungsrat zusammenarbeiten. Ist dies möglich?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Johann

    Dem Willensvollstrecker stehen umfangreiche Befugnisse zu. Ist dieser selber an der Erbschaft beteiligt, kann dies zu Interessenkonflikten führen. Sie können aber auch mehrere Personen als Willensvollstrecker einsetzen. In dem Sie mehrere Personen als Willensvollstrecker einsetzen, können Sie den allfälligen Interessenkonflikt entschärfen und den Aufwand für die Nachlassverwaltung auf mehrere Schultern verteilen.