Willensvollstreckung

Ein Willensvollstrecker hat die Aufgabe, den Nachlass im Interesse des Erblassers und der Erben zu verwalten, laufende Rechnungen und Schulden zu bezahlen, Forderungen eintreiben und die Teilung der Erbschaft gemäss Auftrag des Erblassers vorzunehmen. Wichtig zu wissen ist, dass ein Willensvollstrecker Kosten verursachen kann, die am Schluss die Erben bezahlen.

Wer kann Willensvollstrecker werden?

Jeder kann in seinem Testament einen Willensvollstrecker einsetzen. Willensvollstrecker kann grundsätzlich jeder für jedermann sein. Es ist möglich, Verwandte oder sogar Erben mit der Willensvollstreckung zu beauftragen. Nicht selten verursacht dies jedoch Probleme, weil sich dadurch einzelne Erben benachteiligt fühlen. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, insbesondere bei komplexen Familien- oder Vermögensverhältnissen, einen neutralen Willensvollstrecker zu beauftragen. Bei der Erbteilung hat der Willensvollstrecker eine zentrale Funktion und einen grossen Einfluss. Die Erben müssen sich den Entscheiden des Willensvollstreckers in den allermeisten Fällen beugen.

Ablauf einer Willensvollstreckung

Ein Willensvollstrecker unterstützt die Erben fachmännisch bei der Aufteilung des Nachlasses. Als erstes erstellt er ein vollständiges Inventar, um die Höhe des Nettonachlasses zu ermitteln. Die Verwaltung des Nachlassvermögens sowie die Bezahlung allfälliger Schulden ist eine zentrale Aufgabe des Willensvollstreckers. Schliesslich führt er auch die Erbteilung aus.

Kommentare

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Veröffentlichte Kommentare

  • 20. März 2018 - R.L.

    Erbteilung ohne Testament

    mein Vater ist vor Jahren gestorben ohne Testament und hinterlaesst Haus und Land .Meine Mutter lebt noch.Wir sind 8Geschwister.Wer erbt und zuwelchen teilen

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Ohne Testament kommt die gesetzliche Erbregelung zum Tragen. Somit erbt die Mutter die Hälfte des Nachlassvermögens und die andere Hälfte geht zu gleichen Teilen an die Kinder.

  • 13. Februar 2017 - Bieri Franz

    Erbverteilung

    Am 18.Okt. 2016 verstarb meine jüngste-, schwerstbehinderte Schwester, deren Vormund ich während gut 40 Jahren war. In unserer Grossfamilie leben noch 11 Geschwister; die Eltern, 1 weitere Schwester und 3 Brüder sind bereits gestorben. Die verstorbenen Geschwister hatten 2-, 3-, 4- und nochmals 4 Kinder. Die noch lebenden Geschwister haben mir das Amt des Willenvollstreckers zugewiesen. Hätte gerne von Ihnen die genaue, gesetzliche Aufteilung (m.E. je 1/15-tel) bestätigt.

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Franz

    Da Ihre Schwester keine eigenen Nachkommen hat und die Eltern bereits vorverstorben sind, geht ihr Nachlassvermögen an die Geschwister. An die Stelle der vorverstorbenen Geschwister treten deren Nachkommen. Somit erhalten alle 1/15 des Nachlassvermögens. Die Kinder der vorverstorbenen Geschwister erben den ihnen zustehenden Erbteil zu gleichen Teilen.

  • 29. Januar 2017 - Heidi

    Nachweis Eigengut und Errungenschaft

    Wie teile ich ein Erbe, wenn das Eigengut und das in die Ehe gebrachte Kapital nicht eruiert werden kann? Erben sind Witwe des Verstorbenen und Geschwister.

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Heidi

    Ist unklar, ob ein Vermögenswert zur Errungeschaft oder zum Eigengut zu zählen ist, geht man davon aus, dass der Wert zur Errungeschaft gehört.

  • 16. Januar 2017 - Johann

    Willensvollsreckung

    Guten Abend
    Ich bin ledig, kinderlos und habe 20 Nichten und Neffen. Testamentarisch werde ich alles (inklusive Liegenschaft) den Nichten und Neffen vermachen. Nun möchte ich drei von ihnen zu Willensvollstrecker machen. Die drei müssten wie ein Stiftungsrat zusammenarbeiten. Ist dies möglich?

    Antwort von: VermögensPartner AG

    Guten Tag Johann

    Dem Willensvollstrecker stehen umfangreiche Befugnisse zu. Ist dieser selber an der Erbschaft beteiligt, kann dies zu Interessenkonflikten führen. Sie können aber auch mehrere Personen als Willensvollstrecker einsetzen. In dem Sie mehrere Personen als Willensvollstrecker einsetzen, können Sie den allfälligen Interessenkonflikt entschärfen und den Aufwand für die Nachlassverwaltung auf mehrere Schultern verteilen.